Depressionsbehandlung mit rTMS

Privatpraxis Grotemeyer

Information zur repetetiven Transkraniellen Magnetischen Stimulation (rTMS)

Bei psychischen Erkrankungen, z. B. bei schweren nicht behandelbaren Depressionen hat sich die Elektrokrampftherapie, bei der quasi elektrisch einmal das gesamte Gehirn so ähnlich wie ein Computer mit „CTRL-ALT-DEL“ neu gestartet wird, als wirksam erwiesen. Dieser Eingriff ist nur stationär mit entsprechender Begleitung eines Anästhesisten möglich.

Die Therapie mit Stimulation von weniger Nervenzellen durch ein Magnetfeld funktioniert zwar auch mit Strom, ist aber wesentlich weniger eingreifend. Hier wird nicht alles „ neu gestartet“, sondern „Endlosschleifen“ werden nach bisherigem Kenntnisstand durch Aktivierung inaktiver Verschaltungen verändert. Es wird quasi alles wieder auf „Null“ gesetzt. Beim Gesunden passiert dieses „Aussortieren von störenden Verschaltungen“ mehr oder weniger regelmäßig im Schlaf.

Eine begleitende psychotherapeutische Behandlung sollte unbedingt weitergeführt werden, um die „technisch“ so neu erhaltenen Möglichkeiten anderer „Verschaltungen“auch für Neues zu nutzen. rTMS ersetzt hier keinesfalls aktives eigenes Bemühen um Veränderung. Es werden nur neue Wege wieder begehbar gemacht, gehen muss man aber selber (!). Auch medikamentöse Therapien sollten wegen dieser nun zusätzlichen Therapie nicht unterbrochen werden, wenn sie nicht wie z.b. Schlafmittel, Valiumabkömmlinge, oder antiepileptisch wirkende Medikamente der Aktivierung von Nervenzellen direkt entgegenwirken.

Bereits seit 2008 hat die Gesundheitsbehörde der USA (FDA) diese Methode der Magnetstimulation als Behandlungsmethode (rTMS) bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen genehmigt. In Deutschland ist dieses Verfahren auch gemäß den neuen Leitlinien 2017 als mögliche Therapiealternative aufgefürt. Es muss aber von den Krankenkassen noch nicht bezahlt werden, da es in der Deutschen Leitlinie im Gegensatz zur Europäischen Leitlinie noch nicht ausdrücklich empfohlen wird. Solange das nicht umgesetzt wird, ist es keine Leistung, die die Krankenkasse bezahlen muss.

Es handelt sich in Deutschland daher um eine sogenannte medizinische Leistung auf Verlangen (des Patienten). Diese Leistung wird gemäß den Vorgaben der Bundesärztekammer aus dem Jahre 2015 über die Gebührenordnung für Ärzte berechnet. Private Krankenkassen können daher, wenn sie im Vorfeld befragt werden, die Behandlung freiwillig übernehmen, eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht. Eine Anfrage im Vorfeld lohnt sich dennoch, da die Privatkassen gerade bei langen Krankheits-Verläufen durch diese Behandlung Kosteneinsparungen sehen und so zumindest Kostenanteile für diese ambulant mögliche Behandlung übernehmen.

Ein entsprechendes empfehlendes Schreiben mit bisheriger Therapie und Behandlungsergebnissen Ihres betreuenden Psychiaters ist für Ihren formlosen Antrag an Ihre Krankenversicherung mit der Bitte um Kostenübernahme erforderlich.

Im Rahmen der rTMS werden Stimulationsserien mit bis zu 3000 Magnetimpulsen durchgeführt. Gemäß dem empfohlenen Protokoll der FDA wird mit einer Magnetfeldstärke, die 20% über dem individuell notwendigen Magnetfeld liegt, mit dem eine Bewegung des Daumens ausgelöst werden kann, gearbeitet. Die Stimulationsfrequenz ist 10 Hz. Nach einer Impulsabgabe über 4 Sekunden erfolgt eine Pause von 11 Sekunden. Die Stimulationszeit an sich liegt ohne die Pausen nur bei rund 19 Minuten. Diese Sitzungen erfolgen mindestens zweimal pro Woche, gerade zu Beginn der Therapie wird wenn eben möglich öfter bis hin zu täglich behandelt. Die maximale Zahl an Sitzungen liegt bei 30. Therapiekonzepte werden im Vorfeld auf der Basis des bisherigen Krankheitsverlaufes individuell angepasst und fest vereinbart.

Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung begrenzt sich mit einem solchen Aufwand die Zahl der so behandelbaren Patienten auf in der Regel diejenigen, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken. Daher ist immer vorab eine Information über die bisherige Behandlung und deren Ergebnisse im Vorfeld – vor einer Erstellung eines Behandlungskonzeptes erforderlich. – In der Regel wird ihr behandelnder Psychiater Ihnen einen solchen Therapieversuch mit rTMS nahelegen, wenn er dieses als Möglichkeit sieht.