Kopfschmerzen und Migräne

Privatpraxis Grotemeyer

Kopfschmerz kennt doch jeder – aber Migräne und chronische Kopfschmerzen unterteilen sich in 14 Unterarten, die noch weiter aufgegliedert werden müssen.

 

Nur 1% der Kopfschmerzen kündigen eine ernsthafte Erkrankung an, sind also Ausdruck eines Notfalles. Für die Mehrheit der chronischen Kopfschmerzen gilt es, die Ursache herauszufinden und zu behandeln. 8% der Menschen leiden an Migräne, einer angeborenen anfallsweisen, aber vorübergehenden schmerzbegleiteten Fehlschaltung in der Blutverteilung des Gehirns. Migränemedikamente sind nur für diese Patienten sinnvoll. In allen anderen Fällen wirken die Medikamente im günstigsten Falle nicht. Im ungünstigsten Falle verursachen sie selbst wieder neue Kopfschmerzen. Ein klassisches Problem entsteht, wenn ein Patient mehrere Kopfschmerzarten hat, z. B. Migräne und Spannungskopfschmerzen. Nimmt er dann immer Migränemedikamente, ohne vorher die Kopfschmerzen auseinanderzuhalten, entsteht aus dem Kombinationskopfschmerz ein Medikamentenkopfschmerz. Dieser verursacht nun selbst die Notwendigkeit durch Entzugskopfschmerzen quasi regelmäßig Medikamente zu nehmen. Die Falle ist zugeschnappt. Der Ausweg ist mühsam, aber mit individueller Anleitung und eigener Selbstmotivation machbar.

Jeder Patient hat „seinen“ Kopfschmerz. Das Problem des Arztes besteht darin, aufgrund der Vorgeschichte, der Beschreibung des Betroffenen und der Ergebnisse der klinischen Untersuchung die Systematik der Schmerzen zu finden. Erst wenn die Diagnose stimmt, kann die Therapie überhaupt eine Aussicht auf Erfolg haben. Dazu braucht es Zeit, um die Angaben des Betroffenen anzuhören. Es hilft hier schon viel weiter, wenn schon einmal die Fragen aus den Fragbögen systematisch beantwortet sind und auch alle Vorbefunde mitgebracht werden. Dennoch lässt sich keine Ferndiagnose stellen. Die direkte Befragung und Untersuchung des Patienten ist notwendig.

 

Vor einem Besuch der Kopfschmerz-Sprechstunde:

  1. Stellen Sie alle Vorbefunde zusammen (Arztbriefe, Untersuchungsergebnisse, gerne darf Ihr Hausarzt uns diese bereits per Fax zusenden.).
  2. Bringen Sie die bildgebende Diagnostik (CCT, MRT) möglichst auf einer CD mit.
  3. Nehmen Sie sich einfach eine Stunde Zeit, die Fragen im Fragebogen möglichst genau zu beantworten (Dieser wird Ihnen nach der Terminvereinbarung ggf. per E-Mail übermittelt.).
  4. Führen Sie im Vorfeld – wenn möglich – einen Kopfschmerzkalender.

Wenn es nicht möglich ist, beim ersten Termin eine Diagnose zu stellen, dann bekommen Sie einen Kopfschmerzkalender mit nach Hause, wo Sie neben den Kopfschmerzzeiten auch Eigenschaften Ihrer Kopfschmerzen aufzeichnen.  Gerade Kombinationskopfschmerzen lassen sich oft erst herausfinden, wenn der Betroffene erst einmal gelernt hat, auf was er alles achten muss, damit er helfen kann seine Kopfschmerzen zu klassifizieren und behandlungsfähig zu machen.